Cerstin Bauer-Funke, Andreas Erb, Roland Ißler, Ursula Renner (Hgg.)

Theater über Tage – 2009

Jahrbuch für das Theater im Ruhrgebiet

2010, 514 Seiten, 59 Beiträge, 75 Abbildungen, broschiert
2010, 514 pages, 59 essays, 75 figures, paperback

ISBN 978-3-930454-99-0
Preis/price EUR 18,80

14,8 × 21cm (B×H), 720g

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Kurzzusammenfassung / short summary:

Theater über Tage erscheint als Jahrbuch seit 2000 in der Nachfolge von Theater im Revier. Der vorliegende Jahresband beschließt die Reihe mit einer Hommage an ihren Begründer, den Münsteraner Romanisten Jürgen Grimm, der im Januar 2009 nach schwerer Krankheit verstorben ist.

Theater über Tage richtet sich an alle Freunde des Theaters, an alle am Theater Interessierten, an Spielende und Schauende, an Studierende und Lehrende, und nicht zuletzt an diejenigen, die kulturpolitisch mit dem Theater befasst sind. Es beschreibt in Form von Aufführungsanalysen eine breite Auswahl von Inszenierungen des Sprech- und Musiktheaters im Ruhrgebiet, dokumentiert aktuelle Theaterwettbewerbe in NRW und berichtet über die großen Festivals der Region, Ruhrfestspiele, RuhrTriennale und Duisburger Akzente. Das Jahrbuch macht die theatrale Vielfalt der Region transparent, versteht sich zugleich als Ergänzung zur Tageskritik und leistet damit im jährlichen Turnus einen Beitrag zu einer dringend notwendigen Kultur- und Theaterdebatte im Ruhrgebiet. Theater über Tage versammelt Berichte, Analysen, Interviews und Dokumentationen von Literaturwissenschaftlern, Journalisten, Kritikern, Regisseuren und maßgeblich auch von Studierenden der geisteswissenschaftlichen Fächer, jeweils mit dezidierter Anbindung an die Region. Als Forum für aktuelle Theaterentwicklungen will es zugleich die flüchtigste aller Künste bewahren helfen, als sein Gedächtnis und lebendiges Archiv.

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Die Autoren und ihre Beiträge:

Editorial der Herausgeber

I. In memoriam Jürgen Grimm

Andrea Grewe:
Jürgen Grimm und das Theater
Eine Leidenschaft

Wolfgang Asholt:
Theater über Grenzen hinweg
Theaterexkursionen mit und ohne Jürgen Grimm

II. Rückblicke

Stefan Keim:
Kreativität im Schatten nahender Katastrophen
Eine Bilanz der Spielzeit 2008/09 im Ruhrgebiet

Alexander Kerlin:
In die offenen Kreisläufe der Unternehmen
Zur kulturpolitischen Situation in der Region Rhein-Ruhr

III. Schauspielhaus Bochum

Felix Schmelzer:
Im Zeichen von Shakespeare
Drei zeitgemäße Inszenierungen: Macbeth, Der Kaufmann von Venedig und Komödie der Irrungen

Nadine Kämper:
»Ich bin kein Held. Helden sind Verbrecher.«
Roberto Zucco von Bernard-Marie Koltès in den Kammerspielen

Hanna Hageleit:
Used to be a sweet boy
Der eigene Raum, geschrieben und inszeniert von Kristo Šagor

Authentizität und Grenzgang:
Theater über Tage trifft Kristo Šagor, den künstlerischen Leiter des Projekts Neue Heimat – Wohnen unter Tage
Ein Interview von Hanna Hageleit

Felix Schmelzer:
David Mamets Work, Sex and Politics
Elmar Goerden vereint drei Stücke zu einem Abgesang auf die menschliche Moral

IV. Theater Dortmund

Hanna Hageleit:
Erlebe dein Leben!
Die Möglichkeit einer Insel: Felix Mannheims Monolog aus den Romanen Michel Houellebecqs

Anne Kübler:
Wouldn't it be nice ...?
Igor Bauersimas norway.today im Dortmunder Studio: Neun junge Laien-Schauspieler kämpfen unter der Leitung von Thorsten Schlenger mit Realität und Todessehnsucht

Vivian Koschorreck:
Heim gesucht
Michael Gruner inszeniert eine Reise durch familiäre Abgründe in Eugene O'Neills Eines langen Tages Reise in die Nacht

Kerstin Scheffer:
Komisch geht die Welt zugrunde
Kathrin Rögglas Worst Case in der Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer

V. Schauspiel Essen

Pia Maranca:
Das koboldhafte Zwitterwesen und die Liebe
Was Ihr wollt in einer Inszenierung von David Bösch

Christine Brückner:
Effi im Wunderland?
Cilli Drexel inszeniert Theodor Fontanes Effi Briest

Johannes F. Lehmann:
Überwachen und Zuschauen
Schillers Don Karlos in der Inszenierung von Anselm Weber

Corinna Schlicht:
Jugend ist Todesnähe
Ferdinand Bruckners Krankheit der Jugend in der Fassung von David Nuran Calis

VI. Schlosstheater Moers

Kathrin Anders:
Grenzgänger
Werner Schwabs Präsidentinnen in einer grenzwertigen Inszenierung von Barbara Wachendorff

Kathrin Anders:
Arme Wanderer ohne Haus
Hotel Europa, inszeniert von Ulrich Greb im Hafthaus an der Haagstraße

VII. Theater an der Ruhr Mülheim

Sarah Heppekausen:
Das bunte Reich der Comic-Helden
Ewald Palmetshofers Helden in den Händen von Thomaspeter Goergen

Simone Adam:
Interkulturelle Begegnungen an der Ruhr
Eine theaterpädagogische Inszenierung von Federico García Lorcas andalusischer Frauentragödie Bernarda Albas Haus

VIII. Theater Oberhausen

Ludger Scherer:
Ein schöner Mord
Tom Waits' Opera Woyzeck nach Georg Büchner erneuert Oberhausen

Frank R. Links:
»Ekstase ist die Norm«
Henry Millers Skandalroman Sexus feiert seine Uraufführung unter Andriy Zholdak

Roland Alexander Ißler:
Kernspaltung des romantischen Ichs oder: Etwas Weiches, Unbekanntes, das früher Wehmut hieß
Aus dem Leben eines Taugenichts in einer neuen Bühnenfassung von Patrick Wengenroth

Julia Anna Lis:
Gemeinsam einsam
Tschechows Möwe in einer Inszenierung von Peter Carp

Martin Manthey:
»It don't mean a thing if it ain't got that swing!«
Der Theaterkünstler Herbert Fritsch ist im Ruhrgebiet angekommen

IX. Musik- und Tanztheater

Nicole Strecker:
Eine letztgültige Instanz
Am 30. Juni 2009 verstarb Pina Bausch im Alter von 68 Jahren

Simone Adam/Nadine Kämper/Pia Siekmann:
Edith Piaf – ein Spatz lernt fliegen
Verletzlich, herrisch und unbezähmbar eroberte die 1,47m kleine Französin die ganze Welt – und in dieser Saison gleich vier Bühnen an Rhein und Ruhr

Sebastian M. Bertelmann:
Dynamik und Statik
Zweimal Wagner im Aalto-Theater Essen: Das Rheingold in der Inszenierung von Tilman Knabe und Die Walküre in der Inszenierung von Dietrich Hilsdorf

Uwe Schweikert:
Zwei Anti-Opern
Arnold Schönbergs Moses und Aron und Leos Janáceks Aus einem Totenhaus an der Deutschen Oper am Rhein

Rolf Lohse:
Kontraste um jeden Preis
Henry Purcells Dido and Aeneas und Peter Maxwell Davies' Miss Donnithorne's Maggot im Musiktheater im Revier

Anna Sophia Buck:
Von Liebe und Lösegeld
Die Entführung aus dem Serail am Musiktheater im Revier

Frank R. Links:
Von Orakeln und Opfern
Spartenübergreifende Inszenierungen von Jean Cocteaus und Igor Strawinskys Oedipus rex sowie Le sacre du printemps in Dortmund

Stefan Keim:
Sonderzug nach Mülheim
Der U-Bahnhof Eichbaum wird zur faszinierenden Opernspielst

X. Ruhrfestspiele

»Dass der Text in den Körper kommt ...«:
Theater über Tage trifft Dr. Frank Hoffmann, den Intendanten der Ruhrfestspiele
Ein Interview von Cerstin Bauer-Funke und Roland Alexander Ißler

Cerstin Bauer-Funke:
Schreie und Flüstern/Cris et chuchotements in der Kirche
Frank Hoffmann inszeniert Ingmar Bergmans Text in der Gymnasialkirche

Cerstin Bauer-Funke:
Ein dunkel-pessimistisches Traumspiel ohne Erlösung
Frank Hoffmanns Strindberg-Inszenierung bei den 63. Ruhrfestspielen

Ursula Renner:
»Ich hätte Millionen haben können ...«
John Gabriel Borkmann von Henrik Ibsen in Thomas Ostermeiers Berliner Schaubühnen-Inszenierung bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Julia Fisahn:
Nach dem Anpfiff ist vor der Norm
Zum Fringe Festival 2009

XI. RuhrTriennale

Ulrich Fischer:
Rückblick auf die RuhrTriennale 2008

Giovanni di Stefano:
Das Verstummen des Propheten
Schönbergs Moses und Aron unter Willy Decker und Michael Boder in der Jahrhunderthalle

Ludger Scherer:
Pasolini reloaded
Die Amsterdamer Toneelgroep spielt Teorema an der Ruhr

Gabriele Kapp:
Die Schau der Rede
Heinrich von Kleists Der Zerbrochne Krug in Andrea Breths Inszenierung im Salzlager der Kokerei Zeche Zollverein, Essen

XII. Duisburger Akzente

Berit Michel:
Der Krieg vor dem Krieg
Der Trojanische Krieg findet nicht statt von Jean Giraudoux in der Inszenierung der Jugendtheatergruppe »Spieltrieb« des Duisburger Stadttheaters

Petra Bolz:
16 Medeas auf der Suche nach sich selbst
Medea nach Euripides, inszeniert von Volker Lösch am Stadttheater Duisburg im Rahmen der 32. Duisburger Akzente »Bosporus – Tor der Kulturen«

Literatur, Frieden und Demokratie:
Theater über Tage trifft Dr. Dr. h.c. Konrad A. Schilling, den Initiator und Gestalter der »Duisburger Akzente« bis 1992
Ein Interview von Antonina Saturina

XIII. Mülheimer Theatertage (Stücke 2009)

André Gasch:
Diabolische Boten
Zu Elfriede Jelineks Rechnitz (Der Würgeengel)

Christian Gardt:
Nach dem Stück ist vor dem Stück
Die Limitierung bei René Pollesch als Chance zum Neuanfang

»Wir sind Privilegierte.«:
Theater über Tage trifft den Literaturwissenschaftler und Übersetzer Orestes Sandoval López aus Havanna, Kuba
Ein Interview von Andreas Erb

XIV. Freie Szene

Sebastian Brohn:
Himmelblaue Heterotopien
Erinnerungen an die Entstehung von Der Himmelblaue Speck im Autonomen Zentrum Mülheim

Feinde sind wir uns selbst – wie zusammen leben?:
Theater über Tage spricht mit Alexander Kerlin über Bau nach Franz Kafka (Ringlokschuppen Mülheim)
Ein Interview von Jasmin Stommel

Sebastian Kirsch:
Gespenster des Kriegs von morgen
Mirjam Schmuck und Fabian Lettow inszenieren Heiner Müllers Traktor im Ringlokschuppen Mülheim

Nadine Kämper:
Nothing happens until you write it down
Amélie Nothombs Kosmetik des Bösen im Katakombentheater in Essen, mit einem Interview mit der Regisseurin und einem Darsteller

XV. Ausflüge

Simone Adam:
Ein dramatisches »Kunst«werk in Hagen
Axel Siefer inszeniert Yasmina Rezas Tragikomödie »Kunst«

Andreas Erb:
Leben und Dahinleben oder: Selbstmörder haben ihre eigene Sprache
Katie Mitchell und Leo Warner setzen in Köln das Wunschkonzert von Franz Xaver Kroetz neu ins Bild

Hanno Hener:
Achterbahnfahrt durch das deutsche Bank- und Finanz(un)wesen
Elfriede Jelineks Kontrakte des Kaufmanns am Schauspiel Köln

Fabian Lettow:
Monströse Spielkinder
Jonathan Meeses Ausstellungsperformance Erzstaat Atlantisis im Arp Museum am Bahnhof Rolandseck

Stefan Keim:
Die Ratten und die Vogelstimmen
René Pollesch inszeniert den zweiten Teil seiner Ruhrtrilogie auf einer Industriebrache in Mülheim

Autorinnen und Autoren

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