Jürgen Grimm, Roland Ißler (Hgg.)

Theater über Tage – 2008

Jahrbuch für das Theater im Ruhrgebiet

2008, 392 Seiten, 53 Beiträge, 63 Abbildungen, broschiert
2008, 392 pages, 53 essays, 63 figures, paperback

ISBN 978-3-930454-90-7
Preis/price EUR 18,80

14,8 × 21cm (B×H), 550g

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Kurzzusammenfassung / short summary:

Theater über Tage, das als Jahrbuch seit 2000 in der Nachfolge von Theater im Revier hier im siebten Band erscheint, richtet sich an alle Freunde des Theaters, an alle am Theater Interessierten, an Spielende und Schauende, an Studierende und Lehrende, und nicht zuletzt an diejenigen, die kulturpolitisch mit dem Theater befasst sind.

Es beschreibt in Form von Aufführungsanalysen die wichtigsten Inszenierungen des Sprech- und Musiktheaters im Ruhrgebiet, dokumentiert aktuelle Theaterwettbewerbe in NRW und berichtet über die beiden großen Festivals der Region, Ruhrfestspiele und RuhrTriennale. Das Jahrbuch macht die theatrale Vielfalt der Region transparent, versteht sich zugleich als Ergänzung und Korrektiv zum Tagesgeschäft der Kritik und leistet damit im jährlichen Turnus einen Beitrag zu einer dringend notwendigen Kultur- und Theaterdebatte im Ruhrgebiet. Theater über Tage versammelt Berichte, Analysen und Dokumentationen von Literaturwissenschaftlern, Journalisten, Kritikern, Regisseuren und maßgeblich auch von Studierenden der geisteswissenschaftlichen Fächer, jeweils mit dezidierter Anbindung an die Region. Als Forum für aktuelle Theaterentwicklungen will es zugleich die flüchtigste aller Künste bewahren helfen, als sein Gedächtnis und lebendiges Archiv.

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Die Autoren und ihre Beiträge:

Editorial

I. Schauspielhaus Bochum

Hanna Hageleit:
Ein Schrei nach Lebensfreude
Henrik Ibsens Gespenster in einer Inszenierung von Lisa Nielebock

Anja Schärf:
TROI alias Pinocchio im Theater unter Tage
Ein Reisebilderbuch frei nach Pinocchios Abenteuer von Carlo Collodi

Katharina Könning:
Abgestürzt
Hans Dreher inszeniert Marc Ravenhills Pool (kein Wasser) im Theater unter Tage

Silke Krüger und Séverine Sandmann:
Zurück in der Fremde
Simon Stephens' Motortown in der Inszenierung von Dieter Giesing

Kathrin Anders und Vivian Koschorreck:
Hasenherzen im Kuckucksnest
Ken Keseys Einer flog über das Kuckucksnest: Stefan Maurers Flüchtlingsdrama in Oberhausen und Jorinde Dröses Flug zwischen Wahn und Wirklichkeit in Bochum

Christian Boeckmann:
Computer-Liebe, Computer-Hass
Lorenz Hippes Strike! In dieser Nacht schlagen wir zurück in der Inszenierung von Martina van Boxen in der Eve Bar des Schauspielhauses Bochum

II. Theater Dortmund

Marie-Gabrielle von Elverfeldt:
Alles nur Zirkus?
König Lear – das Projekt mit Laien

Dörte Lautenschläger
Was ist erlaubt?
Sybille Fabian inszeniert Goethes Torquato Tasso

Heiko Eilers:
Ein wahres Fest der Liebe
Peter Turrinis Josef und Maria in einer Inszenierung von Mathias Frank

Simone Thielmann:
Spiel mit dem Tod
Michael Gruner inszeniert Glaube Liebe Hoffnung von Ödön von Horváth

Dietrich Scholler:
Phädra und der Burgerking
Sarah Kanes Tragödie Phaidras Liebe im Studiotheater

Pia Maranca:
Von Clochards und Schaumschlägern
Zweimal Beckett: Warten auf Godot in Dortmund und Endspiel in Bochum

III. Schauspiel Essen

Kerstin Scheffer:
Alter ist nichts für Feiglinge
Anselm Weber bringt Lutz Hübners Stück Blütenträume zur Uraufführung

Melanie Ball:
Zunehmende Gewaltbereitschaft der Jugend
Ödön von Horváths Roman Jugend ohne Gott: Der Erlebnisbericht eines verzweifelten Lehrers, auf die Bühne gebracht von Annette Pullen

Christine Brückner:
Gruselkabinettstückchen
David Bösch inszeniert Büchners Dramenfragment Woyzeck

Anne Kübler:
Show me love! – Show me life!
Henner Kallmeyer inszeniert in der Casa das pulsierende Jugendstück Fucking Åmål nach dem gleichnamigen schwedischen Film von Lukas Moodysson

Rebecca Haubrich:
Gefahrenzone Krisenjournalismus
Anselm Weber inszeniert Anatomie Titus Fall of Rome von Heiner Müller

Julia Anna Lis:
Geschichte einer Familie
Sophokles' Antigone in einer Inszenierung von David Bösch

Caroline Marie Katrin Scribe:
Zwischen Leistungsdruck und Freiheitsdrang
Frank Wedekinds Frühlings Erwachen, inszeniert von Nuran David Calis

Jürgen Grimm und Roland Alexander Ißler:
Viel Lärm im Puppenhaus
Molières Tartuffe in der Inszenierung von Rafael Sanchez

»Jede emotionale und geistige Tangente, die die Stadt durchläuft, muss dieses Theater berühren.«
Theater über Tage trifft Anselm Weber, den Intendanten des Schauspiels Essen

IV. Consol Theater Gelsenkirchen

Jörg Loskill:
Lessings Nathan – einmal ganz anders
Das Gelsenkirchener Consol Theater legt eine eigene, spannende Fassung vor, in der über die Hälfte des Textes gestrichen wurde

V. Theater Oberhausen

Dörte Lautenschläger:
Das Echo der Revolution
Johannes Lepper inszeniert mit Freiheit! Gleichheit! Brüderlichkeit! Büchner und Fellini im Gasometer Oberhausen

Ulrike Gondorf:
Außenseiter im Zentrum der Geschichte
Zweimal Shakespeare: Othello in Dortmund und Der Kaufmann von Venedig in Oberhausen

Hanno Hener:
Die großen Gefühle kommen gut
Die Ratten, inszeniert von Johannes Lepper

Verena Nebel und Anne Kathrin Seibler:
»Die Welt, wie sie halt leider ist«
Beat Fäh inszeniert Horváths Zur schönen Aussicht als tragisch-bitteres Schmunzellehrstück

VI. Theater an der Ruhr Mülheim

Giovanni di Stefano:
Vom Geist des Theaters
De Filippo-Trilogie mit Roberto Ciulli

VII. Musik- und Tanztheater

Jörg Loskill:
Wie man mit Überraschungen Mäuse fängt
Zwei Dortmunder Opernproduktionen: Strauss' Salome und Strawinskys The Rake's Progress

Mareike von Fürstenberg und Marie-Christine Leers:
›Hurrapatriotismus‹ in Gelsenkirchen?!
Das Musiktheater im Revier spielt Gershwins Strike up the band

Giovanni di Stefano:
Kapitalistische Parabel als biblische Burleske
Brechts und Weills Mahagonny-Oper im Essener Aalto-Theater

Christina Bertelmann:
Schwarz und Rot
Christine Mielitz inszeniert Cavalleria rusticana und I pagliacci in Dortmund

Ludger Scherer:
Die Sprachen Amors
Zur Gelsenkirchener Inszenierung von Monteverdis L'incoronazione di Poppea

Sebastian Bertelmann:
Mit Max Ernst auf dem Förderturm
Richard Wagners Tannhäuser im Aalto-Musiktheater Essen in der Inszenierung von Hans Neuenfels

Uwe Schweikert:
Erfolglose Entdeckungsreise
Giacomo Meyerbeers L'Africaine im Musiktheater im Revier

Roland Alexander Ißler:
Händel, »per fantasia dipinto«
Zwei szenische Bebilderungen: Das Oratorium Semele in Essen als Oper und das Kantaten-Pasticcio Delirio amoroso in Dortmund als Ballett

VIII. Mülheimer Theatertage

Martin Burkert:
Schuld und Sühne triumphieren
Dea Loher gewinnt die Stücke 08 mit Das letzte Feuer

IX. Ruhrfestspiele

Cerstin Bauer-Funke:
Film + Theater = Erfolg
Zum Hollywoodglamour der Ruhrfestspiele anlässlich der Eröffnungspremiere von David Mamets Speed-the-Plow mit Kevin Spacey und Jeff Goldblum in den Hauptrollen

Cerstin Bauer-Funke:
Yasmina Rezas Der Gott des Gemetzels bei den Ruhrfestspielen
Theater + Film = Erfolg zum Zweiten

Ulrich Fischer:
Welch' Glanz in unserer armen Hütte!
Cate Blanchett als Regisseurin bei den Ruhrfestspielen

Sarah Christine Giese:
Reklame für die Vergangenheit
Intendant Frank Hoffmann inszeniert Eugene O'Neills Ein Mond für die Beladenen bei den Ruhrfestspielen

Ulrich Fischer:
Viertelherzig
Armin Petras verhackstückt Tolstois Anna Karenina

Esther Alves:
Nacktes Maskenspiel
Peter Zadek inszeniert Luigi Pirandellos Nackt

Christine Stascheit und Kai Ißler:
»Das eine Ich frisst das andere Ich«
Die Katze auf dem heißen Blechdach im Bochumer Schauspielhaus und bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen

X. RuhrTriennale

Ulrich Fischer:
Die Kreationen der RuhrTriennale 2007
Sauser aus Italien. Eine Urheberei, Requiem für eine Metamorphose, Merlin oder Das wüste Land und Courasche oder Gott lass nach

Uwe Schweikert:
Pfeile der Sehnsucht
Frank Martins Le vin herbé erlebt eine triumphale Wiederauferstehung

Ulrich Fischer:
Die Szene wird zum Tribunal
Juli Zehs Corpus delicti, bei der RuhrTriennale uraufgeführt

Dina Netz:
Kicken oder healen?
Next Level Parzival von Tim Staffel

Yseult Roch:
Ohne Bewegung keine Musik
Eine doppelte Konzertinszenierung von Xavier Le Roy

XI. Impulse

Dorothea Marcus:
Schaumstoffleichen und zwölf Euro Wettgewinn
In Köln, Mülheim, Düsseldorf und Bochum stellt das Festival »Impulse« die Theaterformen der freien Szene vor

XII. Interregio

Jürgen Grimm und Ulrich Fischer:
Molière ist tot – es lebe Molière!
Der Menschenfeind hat Konjunktur auf Deutschlands großen Bühnen

Christine Stascheit und Kai Ißler:
»Uns kommt nur noch die Komödie bei«
Der Besuch der alten Dame im Düsseldorfer Schauspielhaus in einer Bearbeitung des Ensembles nach Friedrich Dürrenmatt

Anne Lamberts, Stephanie Mannhardt und Julia Schmidt:
Heitere Endzeitstimmung
Becketts Glückliche Tage im Wolfgang Borchert Theater in Münster

Enrico Otto:
Themenbilder als Tanz-Raum-Gestaltungsmittel
Marco Santis choreographische Muster im Tanztheater Osnabrück

XIII. NRW-Theater

Stefan Keim:
Der Traum von der Spitze
Die Ruhrgebietsbühnen bewegen sich im gehobenen Mittelfeld, während in Köln ein neues Metropolentheater entsteht

Autorinnen und Autoren

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