Rüdiger Schmidt, Hans-Ulrich Thamer (Hgg.)

Die Konstruktion von Tradition

Inszenierung und Propaganda napoleonischer Herrschaft (1799–1815)

Symbolische Kommunikation und gesellschaftliche Wertesysteme –
Schriftenreihe des Sonderforschungsbereichs 496
Band 32

2010, 328 Seiten, 11 Beiträge, 163 Abbildungen (33 Vierfarbabbildungen, 130 S/W-Abbildungen), Harteinband
2010, 328 pages, 11 essays, 163 figures (33 color figures, 130 b/w figures), hardcover

ISBN 978-3-930454-97-6
Preis/price EUR 48,–

17 × 24cm (B×H), 1000g

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Aus dem Inhalt / from the book:

Kurzzusammenfassung
Inhaltsverzeichnis

Kurzzusammenfassung:

Das napoleonische Empire stellte den letzten Versuch dar, den seit 1789 längst verblassten Universalitätsanspruch symbolischen Handelns wiederherzustellen. Unter den Bedingungen eines neugegründeten Kaiserreichs, einem bereits in zeitgenössischen Druckgraphiken charismatisch popularisierten Herrscher sowie unter Anwendung scharfer Zensurmaßnahmen beabsichtigte die Monarchie die selektive Funktion von Symbolsystemen zu brechen und zugleich ihre legitimitierende und identitätsstützende Rolle unter dem Gesichtpunkt einer neu hergestellten Homogenität zu rekonstruieren. Tatsächlich war der »Diskurs der Revolution über sich selbst« (Reichardt), der von ihren Fraktionen und Meinungsführern nicht nur als Kampf mit Symbolen, sondern auch als eine Auseinandersetzung um die Symbole geführt worden war, im französischen Kaiserreich damit aber auch weitgehend zum Erliegen gekommen. Dessen ungeachtet war die Monarchie darauf angewiesen, ihre politisch-symbolischen Manifestationen mit und gegen die Ideen von 1789 prägen zu müssen, vor allem aber auch die Distanz zum Ancien Régime zu wahren.

Die Ausübung von Herrschaft durch Napoleon Bonaparte hat in der Forschung jenseits der Fragestellung nach einer »Politisierung der Kultur« bislang eher unter dem Gesichtspunkt der politischen Machterringung und Machtbewahruung Berücksichtigung erfahren. Die Beiträge des Bandes fragen danach, wie und mit welchen symbolischen Mitteln diese Herrschaft institutionalisiert worden ist und welcher unterschiedlicher ästhetisch-expressiver Ausdrucksformen sich die napoleonische Herrschaft in ihren wandelnden Phasen vom Konsulat über die Kaiserkrönung bis zur erneuten Eheschließung des Empereur bediente.

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Inhaltsverzeichnis:

Rüdiger Schmidt / Hans-Ulrich Thamer:
Die Konstruktion von Tradition – Inszenierung und Propaganda napoleonischer Herrschaft (Einleitung)

Jörg Martin Merz:
Napoleons letztes Denkmalprojekt auf dem Mont Cenis

Martin Knauer:
Napoleons Adventus –
Zur Verstaatlichung eines vormodernen Herrschaftssymbols in Frankreich und im napoleonischen Deutschland

Martin Miersch / Rolf Reichardt:
Die Kaiserkrönung Napoleons I –
Symbolische Inszenierung und gesellschaftliche Wahrnehmung

Christina Schröer:
Vive la République versus Vive Bonaparte? –
Die Inszenierung Napoleon Bonapartes als Staatsmann (1795–1799)

Rüdiger Schmidt:
»Ce héros fantastique restera le personnage réel« –
Die Inszenierung Napoleon Bonapartes als militärischer Held

Erich Pelzer:
Die »Bulletins de la Grande Armée« als Werkzeuge napoleonischer Propaganda –
Selbstdarstellung und Legendenbildung

Kirstin A. Buchinger:
Chapeau! –
Der Hut als Symbol für Napoleon

Joachim Zeitz / Lisa Zeitz:
Napoleons Medaillen –
Herrscherkult in Miniatur

Hans-Ulrich Thamer:
Das Musée Napoléon
Zur Repräsentation von Macht und Kunst

Armin Owzar:
Nur ein Satellitenstaat?
Das Königreich Westphalen in der zeitgenössischen Selbstdarstellung

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