Christine Demele

Dürers Nacktheit

Das Weimarer Selbstbildnis

2012, 288 Seiten, 85 Abbildungen (35 Vierfarbabbildungen, 50 S/W-Abbildungen), Harteinband
2012, 288 pages, 85 figures (35 color figures, 50 b/w figures), hardcover

Ausgezeichnet mit dem »Wolfgang-Ratjen-Preis« 2013 des Zentralinstituts für Kunstgeschichte in München für herausragende Forschungsarbeiten auf dem Gebiet der graphischen Künste.
 
»Empfehlung der Kuratoren« der Ausstellung »Der frühe Dürer« im Germanischen Nationalmuseum, Nürnberg

ISBN 978-3-86887-008-4
Preis/price EUR 42,–

17 × 24cm (B×H), 800g

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Aus dem Inhalt / from the book:

Kurzzusammenfassung
Inhaltsverzeichnis

Kurzzusammenfassung / short summary:

Auf diesem Selbstbildnis Dürers, das die Graphischen Sammlungen zu Weimar beherbergen, zeigt sich der Künstler vollkommen nackt.

Das unmittelbare Naturstudium und die unverblümte Darstellung seines Geschlechts zeugen von geradezu »wissenschaftlichem« Erkenntnisdrang. Ohne Rücksicht auf ideale Proportionen zeichnete Dürer seinen individuellen Körper in all seiner Endlichkeit, wie er ihn mit dem Spiegel erfasste. Durch die Betonung von Kopf und Genitalien thematisierte er schöpferisches Potenzial auf mehreren Ebenen und schuf so mit seinem Aktporträt ein Künstlerbildnis par excellence.

Duerer Selbstportrait

Dürers Italienreise von 1505–1507 ist in mehrfacher Hinsicht als Voraussetzung für die Entstehung des Blattes anzusehen, in dem die Entwicklung der reinen Aktzeichnung und des autonomen Selbstbildnisses verbunden sind mit der Etablierung der Zeichnung als eigenständiges Kunstwerk.

Die Fragen nach Entstehung, Datierung und Deutung der Zeichnung führen auf eine spannende Entdeckungsreise in Leben und Werk des Künstlers sowie in die Kunst- und Kulturgeschichte seiner Zeit.

Duerer Selbstportrait jung

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Inhaltsverzeichnis:

Vorwort und Dank

Einleitung

I

1. Zur Provenienz
2. Zur Rezeption und zum Forschungsstand
2.1 Deutungen
2.2 Datierungen
3. Bildbeschreibung

II

4. Technik- und Strichbildanalyse
4.1 Technik
4.2 Strichbild
4.2.1 Die Kontur
4.2.2 Die Schraffur
4.3 Fazit
5. Dürers optische Körperwahrnehmung
6. Versuch einer Datierung des Weimarer Aktes
6.1 Dürers »nackete Bilder«. Genese der Aktthematik: Überblick und Vergleiche
6.2 Einordnung des Weimarer Selbstbildnisses in Dürers zeichnerische Aktproduktion
6.3 Italienische Einflüsse
6.4 Dürer in Nürnberg um 1509
7. Exkurs: Dürer und das Zeichnen nach dem lebenden (Akt-)Modell
7.1 Zur aktuellen Forschungsmeinung
7.2 Die verschiedenen Herangehensweisen an die Darstellung der nackten menschlichen Gestalt in der Kunst der Renaissance
7.2.1 Das Aktzeichnen nach dem lebenden Modell als Höhepunkt des künstlerischen Naturstudiums
7.2.2 Zur Modellsituation
7.3 Dürer als Zeichner nach dem lebenden (Akt-)Modell
7.3.1 Schriftliche Quellen
7.3.2 Bildliche Quellen

III

8. Dürers Weimarer Selbstbildnis im Kontext anderer Aktdarstellungen der Renaissance
8.1 Nacktheit in der Kunst der Renaissance
8.2 Der Weimarer Akt – keine Studie für einen Christus an der Martersäule
8.3 Aktporträts und -selbstbildnisse
8.4 Fazit
9. Der Weimarer Akt – ein Selbstbildnis als Melancholiker?
10. Der Weimarer Akt als Nachtstück und der Topos der Nachtarbeit
11. Dürers »Geniebegriff«. Der Weimarer Akt als autonome Zeichnung
12. Der Weimarer Akt als Selbstbildnis
12.1 Zur Geschichte des Selbstbildnisses
12.2 Zur Deutungsproblematik von Selbstbildnissen
12.3 Selbstbildnis – Spiegel – Selbsterkenntnis
12.4 Dürers Blick
12.5 Dürers Selbstbildnisse und ihre Funktionen
12.6 Der Weimarer Akt im Vergleich mit Dürers anderen Selbstbildnissen
12.7 Das Münchner und das Weimarer Selbstbildnis – eine Gegenüberstellung

Ausblick: Der fragmentarische Charakter des Weimarer Aktes

Zusammenfassung

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Quellen
1.1 Archivquellen
1.2 Gedruckte Quellen
2. Wissenschaftliche Literatur
3. Nachschlagewerke

Abbildungsverzeichnis und Bildnachweis

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