Hans Maier

Alter Adam – Neuer Mensch

Menschenbilder in der Politik des 20. Jahrhunderts

Gerda Henkel Vorlesung
in der Vortragsreihe »Das Menschenbild in der Wissenschaft«

Herausgegeben von der gemeinsamen Kommission der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der
Gerda Henkel Stiftung

2001, 32 Seiten, broschiert
2001, 32 pages, paperback

ISBN 978-3-930454-26-6
Preis/price EUR 9,20

16,5 × 24cm (B×H), 180g

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Zum Inhalt:

Basierten ältere Gesellschaften auf einer spezifischen Adels- und Ritterethik, die in der Neuzeit in die allgemeineren Gestalten des honnête homme und des Gentleman übergeht, so fehlen dem demokratischen Zeitalter vergleichbare Vorbilder. Gerade eine Verfassung der Freiheit aller setzt sich aber ein Mininum an Spielregeln des Freiheitsgebrauchs voraus. Die Frage nach dem Menschenbild des common man und nach einem »demokratischen Fürstenspiegel« begleitet daher die Geschichte der modernen Demokratie seit ihren Anfängen.

Der Beitrag greift aus diesem Problemfeld drei Themen heraus: die erstmals von Rousseau aufgeworfene Frage nach dem Zusammenhang von Anthropologie und Sozialvertrag (»Émile« und »Contrat social«, 1762); die Versuche der Totalitarismen des 20. Jahrhunderts, den »neuen Menschen« als Grundlage einer neuen Gesellschaft zu schaffen, und ihr Scheitern; endlich die Frage, welche Folgerungen sich daraus für heutige Demokratien ergeben.


Zum Autor:

Geboren 18.6.1931 in Freiburg im Breisgau. Studien in Freiburg, München und Paris (Geschichte, Romanistik, Germanistik). Nach Staatsexamen, Promotion und Habilitation Professor für politische Wissenschaft an der Universität München (1962–1987); von 1970–1986 Bayerischer Staatsminister für Unterricht und Kultus; von 1988–1999 Professor für christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie in München. Hauptarbeitsgebiete: Verfassungs- und Verwaltungsgeschichte, Geschichte der christlichen Demokratie, Kulturwissenschaft und -politik. Im Nebenberuf ist er Kirchenmusiker.