Walter Sommerfeld

Die Texte der Akkade-Zeit

1. Das Dijala-Gebiet: Tutub

Imgula
Band 3/1
Herausgegeben von Walter Sommerfeld

1999, 222 Seiten, broschiert
1999, 222 pages, paperback

ISBN 978-3-930454-14-3
Preis/price EUR 39,–

21 × 29,7cm (B×H), 660g

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Kurzinhalt:

Der Band enthält Bearbeitungen von 66 altakkadischen Texten aus Tutub mit ausführlicher Einleitung, Kommentaren und Kopien (in Auswahl). Erschlossen wird die Edition durch vollständige, den Kontext wiedergebende Indizes zu allen Eigennamen und Lexemen sowie eine Liste aller Keilschriftzeichen, in der sämtliche Verwendungsweisen dokumentiert sind.

In diesem Band und in den weiteren Teilen, die die Texte aus Esnunna, Tell Sulaima, Tell Agrab und aus dem Kunsthandel enthalten werden, sind die bisherige Publikationen der altakkadischen Dijala-Texte zusammengefaßt, durch unveröffentlichtes Material ergänzt und sehr übersichtlich erschlossen.

* * *

This volume contains editions of 66 Old Akkadian texts from Tutub, along with an extensive introduction, commentaries, and copies (selection). The edition is complimented with complete and detailed indices – including the context – of personal names and lexemes, and a list of all cuneiform signs with complete documentation of their forms of usage.

This study and further studies, which will include the texts from Esnunna, Tell Sulaima, Tell Agrab, and from the antiquities market, combine earlier studies of the Old Akkadian texts from the Dijala region, augments them with unpublished material, and facilitates their accessibility.

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Aus dem Inhalt:

INHALTSVERZEICHNIS

Vorwort
Inhaltsverzeichnis
Einleitung: Die Texte der Akkade-Zeit und das Altakkadische

Das Projekt »Die Texte der Akkade-Zeit«
Die Textgrundlage
Der Duktus
Beispiele für unterschiedliche Zeichenformen in den Texten aus Tutub
Der Duktus der Texte aus Tutub
Das Syllabar
Die Transliterationen
Die Texte aus Tutub
Fundumstände
Publikation
Datierung
Archivzusammenhang
Beziehung zwischen Tutub und anderen Städten und Regionen
Katalog der Texte
Konkordanzen
Die Texte
I. Listen von Personen(gruppen) (Nr. 1–21)
II. Abrechnungen von Tieren (Nr. 22–45)
III. Abrechnungen und Auflistungen von verschiedenen Objekten (Gegenstände, Materialien, Lebensmittel, Tiere) (Nr. 46–63)
IV. Kaufurkunde (Nr. 64)
V, Vermerk über eine Inspektion (Nr. 65)
VI. Siegel (Nr. 66)
Glossare und Indizes
I. Glossare
1. Akkadisch
2. Sumerogramme
3. Unsicheres
II. Namensindizes
1. Götternamen
2. Personennamen
3. Ortsnamen
4. Tempelname
5. Flußnamen
III. Die Keilschriftzeichen
1. Liste der Lautwerte
2. Liste der Zeichennamen

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EINLEITUNG (Auszüge – ohne Anmerkungen oder Diakritika)

Die Texte der Akkade-Zeit und das Altakkadische

Mit der Akkade-Zeit (nach konventioneller Datierung 2334–2154), die ihren Namen nach der von Sargon zum politischen Zentrum erhobenen Hauptstadt erhielt, verbindet sich eine der innovativsten Epochen der altorientalischen Geschichte. Ereignisreiche, wechselvolle Jahrzehnte, in denen Sargon die Gründung des ersten Imperiums auf babylonischem Boden gelang, dessen Stabilisierung eines großen Einsatzes bedurfte und das zeitweise von seinen Nachfolgern nur mit außerordentlichen Kraftanstrengungen in seiner Substanz erhalten werden konnte, die Umstrukturierung der Staatsorganisation und die Zentralisierung der Verwaltung, die Investitionen und neugewonnenen Ressourcen, die zu einem Aufschwung der städtischen Kultur, von Handwerk und Künsten verhalfen, machen diese Epoche sowohl im Urteil der babylonischen Nachfahren als auch des modernen Historikers zu einem hochinteressanten und außergewöhnlich produktiven Zeitalter.

Die inschriftlichen Quellen der Akkade-Zeit sind in einem so reichen Ausmaß erhalten geblieben, daß sie eine Fülle von Details zu erfassen erlauben. Mit der Einführung und Etablierung des Akkadischen als Verkehrs- und Kanzleisprache eröffnen sich der Erforschung einer frühen Stufe dieser wichtigsten altorientalischen Sprache gute Möglichkeiten. Ist die präsargonische semitische Überlieferung aus Babylonien, die zum überwiegenden Teil aus Personennamen besteht, noch sehr wenig bekannt, so bieten jetzt die zahlreichen offiziellen Inschriften, Urkunden und Briefe wie auch vereinzelte Texte literarischer und anderer Art eine ausreichende Basis für die Darstellung der altakkadischen Sprachstruktur.

...

Faßte Gelb in MAD 2 und 3 noch die gesamten semitischen Sprachzeugnisse des 3. Jahrtausends als »Old Akkadian« zusammen, so ist inzwischen deutlich geworden, daß zwischen der Überlieferung der präsargonischen, der Akkade- sowie der Ur III-Zeit gravierende Differenzen bestehen. Es ist deshalb angebracht, diese drei Stufen voneinander zu trennen, wobei allerdings die Details der Gemeinsamkeiten wie auch der Unterschiede erst noch erarbeitet werden müssen. Ich verwende insofern im folgenden den Begriff »Altakkadisch« ausschließlich zur Bezeichnung der in den Texten der Akkade-Zeit dokumentierten semitischen Sprache.

Es ist einmal dieser veränderte Hintergrund unserer erweiterten Kenntnisse, die eine aktuelle Behandlung des Altakkadischen verlangen. Aber auch der seit 1961, dem Erscheinungsjahr der letzten Auflage von Gelbs »Old Akkadian Writing and Grammar«, zu verzeichnende immense Zuwachs an publizierten Quellen und Einzeluntersuchungen sowie die daraus resultierenden Fortschritte im Verständnis sprachlicher und sachlicher Details machen die Darstellung der altakkadischen Orthographie, Phonologie, Morphologie und Lexikographie auf dem jetzt möglichen Forschungsstand zu einer wissenschaftlichen Herausforderung. In dem kürzlich erschienenen Sammelband mit dem programmatischen Titel »The Study of the Ancient Near East in the 21st Century« formuliert Huehnergard in seinem Beitrag »New Directions in the Study of Semitic Languages« diese notwendige und vielversprechende Aufgabe folgendermaßen:

»Other desiderata are detailed studies of a number of Akkadian dialects ... There is enough new material available that a new grammar of Old Akkadian should be written to replace the ground-breaking study published by I. J. Gelb thirty years ago [MAD 2/2].« (S. 256)

Das Projekt »Die Texte der Akkade-Zeit«

Erste Ergebnisse einer erneuten Analyse der präsargonischen und Akkade-zeitlichen Überlieferung faßte ich 1987 in meiner Habilitationsschrift mit dem Titel »Untersuchungen zum Altakkadischen« zusammen, die einige bis dahin unerschlossene Aspekte von Sprachentwicklung, Orthographie und Phonologie behandelt.

Es drängte sich mir dann bei der anschließenden vertieften Beschäftigung mit den altakkadischen Quellen immer deutlicher die Erkenntnis auf, daß sich die grundlegenden Voraussetzungen, die für grammatische Untersuchungen zum Altakkadischen erfüllt sein müssen, noch in einem derart unzureichenden Stand befinden, daß die darauf aufbauende philologische Arbeit nur beschränkten Wert haben kann und daß sogar einige zentrale Fragestellungen überhaupt nicht angegangen werden können. Die mit dieser Sachlage zusammenhängenden Probleme sollen im folgenden erläutert werden.

Die Textgrundlage

Die Aufenthalte, die ich 1988–1990 in den Museen von Baghdad, Chicago, Paris und Philadelphia verbrachte und die in erster Linie geplant waren, um unklare Stellen an Hand der Originale zu überprüfen, zeigten überdeutlich, daß die Edition der Quellen in vielen Fällen völlig unzureichend ist.

Als ein illustratives Beispiel für die Begrenztheit der Voraussetzungen und die noch zu leistende Arbeit kann die Edition der Königsinschriften dienen, die für historische Untersuchungen Schlüsselcharakter haben und die auch zentrale Quellen für die altakkadische Sprachperiode darstellen.

...

Bei der längsten und wichtigsten altakkadischen Königsinschrift, dem ausführlichen Bericht über die »Große Revolte« gegen Naram-Sin, will es ein Glücksfall der Überlieferung, daß der zweite Teil fast vollständig erhalten ist. Foster hat in der Editio princeps ARRIM 8 (1990), 25ff., von der die folgenden Bearbeitungen durch Frayne und Kienast abhängen, jedoch nicht einmal den Text richtig identifiziert und so viele entscheidende Details mißdeutet, daß Westenholz den Schluß zieht: »As long as no reliable copy or readable photographs are available, that tablet cannot be used.« (BiOr 53, 121)

Inzwischen hat Wilcke, ZA 87 (1997), 11ff., eine neue Bearbeitung mitsamt einer Kopie vorgelegt, die neben der richtigen Zuordnung insgesamt große Erkenntnisfortschritte bringt; ihm sind allerdings auch noch so viele Verlesungen und Mißinterpretationen von Schlüsselbegriffen unterlaufen, daß auch diese Edition nur vorläufigen Charakter haben kann.

Sind wir im Bereich der Königsinschriften noch in einer vergleichsweise guten Lage, was die Texteditionen betrifft, so ist es bei den übrigen Quellen der Akkade-Zeit eine Ausnahme, wenn zuverlässige, gut indizierte Editionen zur Verfügung stehen. Als Resultat ergibt sich, daß bislang viele Aspekte der Forschung nur von gut eingearbeiteten Experten angegangen werden können, wie im folgenden noch näher auszuführen sein wird.

Hier muß die Forschungsarbeit zunächst ansetzen, und sie hat große Aufgaben zu bewältigen. Als Konsequenz aus diesen Umständen schien es mir unabweislich, daß vor der Ausarbeitung einer altakkadischen Schriftlehre und Grammatik zuerst die einschlägigen Sprachzeugnisse in zusammenhängenden und vollständig indizierten Bearbeitungen vorgelegt werden müssen.

Dieses Unternehmen brauchte eine lange Phase der Vorbereitung. Wegen der vielen sprachlichen und sachlichen Schwierigkeiten, die sich aus den Besonderheiten der altakkadischen Orthographie, den zahlreichen seltenen und singulären lexikalischen Elementen, den regionalen Eigentümlichkeiten der einzelnen Textgruppen, den epigraphischen Problemen schlecht erhaltener Tafeln u.a.m. ergeben, muß die philologische Arbeit, die sich um das Verständnis der Details altakkadischer Texte bemüht, sehr viel stärker als bei der jüngeren keilschriftlichen Überlieferung mit Hilfe von Strukturanalysen, internen Vergleichen usw. Kriterien entwickeln, die Anhaltspunkte für die Deutung ergeben. Je größer der Überblick über die gesamten Akkade-zeitlichen Quellen ist, desto besser können die einzelnen Texte bearbeitet werden.

Ich habe deshalb in jahrelanger Arbeit Sammlungen aufgebaut und Datenbanken eingerichtet, in denen annähernd vollständig das Korpus der Texte der Akkade-Zeit in Transliterationen erfaßt ist und die ferner von jeder sprachlichen Einheit alle Belege und von jedem Zeichen sämtliche Gebrauchsweisen dokumentieren.

Eine Fotosammlung, die Aufnahmen von über tausend Tafeln enthält, soll den Vergleich von Zeichenformen sowie die Erfassung von regionalen epigraphischen Besonderheiten ermöglichen.

Schließlich sind Kollationen unerläßliche Voraussetzungen für zuverlässige Texteditionen. Im Gegensatz zu der vorhergehenden präsargonischen und der folgenden Ur III-Zeit stammt der weitaus größte Teil der Akkade-zeitlichen Texte aus regulären Grabungen. Während Raubgräber sehr schlecht erhaltene Tontafeln und kleine Fragmente wegen ihres geringen Marktwertes oft wegwarfen und nur die ansehnlicheren Stücke in den Handel brachten, sind solche beschädigten und fragmentarischen Dokumente bei den wissenschaftlich kontrollierten Ausgrabungen in der Regel sorgsam geborgen worden und fordern nun die Gelehrsamkeit heraus.

Das Ziel einer Textedition muß natürlich sein, von den Inschriften den größtmöglichen Teil zuverlässig wiederzugewinnen. Hierbei sind die Voraussetzungen bei der Akkade-zeitlichen Überlieferung gerade bei beschädigten Texten besonders gut, verlangen aber einen hohen Aufwand an der Aufbereitung des Vergleichsmaterials.

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Auf der Basis dieser Vorarbeiten beginne ich jetzt mit der systematischen Edition der Texte der Akkade-Zeit. Geplant sind folgende Einzelbände:

1. das Dijala-Gebiet, in mehreren Teilbänden sollen nach den hier vorgelegten Texten aus Tutub diejenigen aus Esnunna, Tell Agrab, Tell Sulaima sowie aus Raubgrabungen bearbeitet werden;
2. Nordbabylonien (Kis, Mugdan, Sippar und Einzelfunde);
3. Gasur, Assyrien und Obermesopotamien;
4. Susa;
5. die Königsinschriften;
6. die altakkadischen Sprachzeugnisse in den Texten aus Sumer.

Alle Bände, von denen sich mehrere in vorangeschrittenen Stadien der Ausarbeitung befinden, werden Transliterationen enthalten, sofern nicht bereits exakte Bearbeitungen vorliegen, und in jedem Fall vollständige Glossare und Indizes. Kommentare zu problematischen Lesungen und Deutungen sowie Übersetzungen in Auswahl runden die Editionen ab.

Der altakkadische Dialekt ist keineswegs eine einheitliche Größe; es lassen sich signifikante regionale Unterschiede im Sprachgebrauch und in der Orthographie feststellen, die allerdings erst dann deutlich werden, wenn die einzelnen zusammenhängenden Textgruppen separat indiziert und dann einander gegenübergestellt werden. Deshalb wird jeder einzelne (Teil-)Band entsprechende Indizes enthalten, und ein zusammenfassender Index abschließend die übersichtliche Aufschlüsselung des gesamten Materials bieten.

Mit diesem Konzept sollen einerseits die Voraussetzungen für die Erarbeitung einer altakkadischen Grammatik geschaffen werden, andererseits – insbesondere auch den Nichtspezialisten – der Zugang zu den Quellen erleichtert und der Aufwand für weiterführende Untersuchungen verringert werden.

Ich beginne mit dem Dijala-Gebiet, weil zum einen aus dieser Region die größte zusammenhängende Gruppe von Texten in altakkadischer Sprache stammt und zum anderen viele der bisherigen Publikationen am wenigsten den Ansprüchen der Forschung genügen können.

Im Falle der erhaltenen Überlieferung aus Tutub erübrigt sich angesichts des überwiegend listenartigen Charakters der Texte meist eine Übersetzung. Die Struktur der Inschriften wird in den Einleitungen, die den Hauptgruppen jeweils vorangestellt sind, beschrieben, und der Wortschatz wird dort oder in den Kommentaren behandelt; über die Querverweise und die zusätzlichen Angaben im Glossar ist ein leichter Zugang zu den Einzelheiten gewährleistet.

Da Lexikon und Realien der Akkade-zeitlichen Texte bisher erst teilweise in Detailstudien analysiert worden sind, ließen sich konventionelle Übersetzungen der Begriffe, die nur annähernd das Bedeutungsfeld erfassen, nicht vermeiden. Auf der Basis des gesamten Quellenmaterials sind natürlich noch viele weitergehende Erkenntnisse zu gewinnen; eine solche weitgesteckte Aufgabe kann die Edition einer begrenzten Textgruppe aber nicht erfüllen.

Die philologischen und sachlichen Kommentare sind ausführlicher gehalten, wenn sich in den Tutub-Texten Besonderheiten finden, die bisher gar nicht oder nur ansatzweise erörtert worden sind, oder wenn sie Informationen liefern, die der bisher in der Fachliteratur veröffentlichten Diskussion neue Erkenntnisse hinzufügen. Wenn sich ein Problem keiner Lösung zuführen ließ, mußte ich mich darauf beschränken, die Deutungsmöglichkeiten abwägend gegenüberzustellen bzw. den Forschungsstand zu referieren. Im Interesse der Nichtspezialisten gebe ich zusätzlich in vielen Fällen auch dann, wenn die Quellen aus Tutub weder spezielle Probleme aufwerfen noch neuartige Informationen bieten, Hinweise auf wichtige Literaturbeiträge, verzichte dann allerdings in der Regel darauf, die Details auszuführen.

Relativ breiten Raum nimmt auch die Erörterung von unsicheren oder mehrdeutigen Identifizierungen einzelner Zeichen ein. Dahinter steht die Absicht, zukünftigen weiterführenden Überlegungen möglichst präzise Anhaltspunkte zu vermitteln bzw. den Grad von Zuverlässigkeit der Interpretationen und Schlußfolgerungen zu fixieren.

Eines wird man in dieser Editionsreihe vergeblich suchen: philologische Kommentare zur Deutung von Personennamen. Auf Grund der Mehrdeutigkeit des Schriftsystems, das zusätzlich durch Elemente präsargonischer Orthographie, die nur noch in der Schreibweise von Eigennamen weitertradiert wurden, verkompliziert wird und wegen der Sprachenvielfalt, die im Onomastikon der Akkade-Zeit anzutreffen ist, sind in vielen Fällen die Interpretationen unsicher, problematisch, mehrdeutig. Hier lassen sich Fortschritte im Verständnis am besten dann erzielen, wenn systematisch Kriterien durch Strukturvergleiche und eine Analyse der Orthographie auf der Basis aller Belege entwickelt werden. Diese Aufgabe kann im Rahmen einer Textedition nicht erfüllt werden; sie ist Teil des Grammatikprojektes.

Die prosopographischen Zusammenhänge werden nur diskutiert, soweit sie für die Ergänzung und Identifizierung von Zeichen und für die inhaltliche Interpretation wichtig sind. Für die vielfachen prosopographischen Beziehungen, die die Texte aus Tutub untereinander aufweisen, wird allgemein auf den Namensindex verwiesen.

Der Duktus

Der Duktus der Texte der Akkade-Zeit wird oft gelobt wegen seiner Schönheit und Eleganz. So urteilt Gelb: »From the esthetic point of view the Old Akkadian writing is perhaps more beautiful than that of any other period. In regularity of form, attention to detail, and elegance of appearance it can hardly be matched in all the long history of cuneiform writing.« (OAIC S. 177)

Diese Beschreibung ist prinzipiell natürlich zutreffend, verkürzt aber gleichzeitig die Situation sehr stark. Es waren nämlich drei verschiedene Schriftformen nebeneinander in Gebrauch, die sich unmittelbar schon im ersten Augenschein deutlich voneinander abheben. Ich nenne sie im folgenden Duktus I, II und III.

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Der Duktus III ist so filigran, daß sich die Einzelheiten kaum noch erfassen lassen. Oft sind 20 und mehr ganz feine Striche zur Ausfüllung eines Zwischenraumes unmittelbar nebeneinander gesetzt worden. Hat die Tafeloberfläche in ihrer mehrtausendjährigen Geschichte gelitten, so sind diese Feinheiten nur noch schlecht oder gar nicht mehr zu erkennen, und wegen einer leicht eintretenden Aberratio oculi sind diese kleinen Keileindrücke ohnehin nur schwer auseinanderzuhalten. Es ist außerdem technisch fast nicht möglich, die Zeichen in Originalgröße zu kopieren und die feinen Striche detailgetreu wiederzugeben, denn selbst feine Zeichenstifte haben ebenso wie die üblicherweise eingesetzten Reproduktionsmittel noch eine zu grobe Auflösung, um die Einzelheiten darstellen zu können. Die Kopie muß das Zeichen dann entweder vereinfachen, wodurch sich der charakteristische Eindruck des Duktus III verliert, oder aber beträchtlich vergrößern; dann können zwar die einzelnen Striche exakt umgezeichnet werden, aber der Eindruck von Preziosität und Eleganz leidet.

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Hochauflösende Hologramme sind gegenwärtig das einzige technische Mittel, mit dem solche komplexen Oberflächenstrukturen ohne Verlust an Informationen adäquat dokumentiert werden können.

Ferner kann bei der Übertragung einer dreidimensionalen Schrift auf ein zweidimensionales Medium ein Merkmal kaum wiedergegeben werden, nämlich die Tiefe der einzelnen Keileindrücke, wodurch sich Duktus II und III gegenüber dem Duktus I abheben. Zwar ließen sich hier mit dem Meßverfahren der optischen Profilometrie objektive Kriterien für die Klassifizierung gewinnen, doch ist gegenwärtig noch nicht abzusehen, daß sich diese meßtechnisch exakte Methode als Arbeitsmittel in der Keilschriftforschung etablieren wird.

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Als praktische Auswirkung erfolgt aus diesen Umständen, daß die Bestimmung des Duktus ausschließlich an Hand von Kopien mit großen Unsicherheiten behaftet ist; nur der Zugang zu den Originalen, zu Hologrammen oder zumindest sehr guten Fotos ermöglicht präzise Zuordnungen.

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Da es noch keine Untersuchung gibt, die die Duktusmerkmale systematisch beschreibt und die vorliegenden Dokumentationen sehr oft unzuverlässig sind, können Schlußfolgerungen notwendigerweise nur vorläufiger Natur sein. Ich beschränke mich daher an dieser Stelle auf die beispielhafte Darstellung einiger Beobachtungen, die abhängig vom Duktus den Wechsel von sprachlichen Ebenen und orthographischen Elementen zeigen und die Argumente für die Annahme unterschiedlicher Funktionen der Texte liefern. Die dafür gewählten Beispiele sind dabei möglichst Texten entnommen, zu denen Fotos publiziert sind oder die ich kollationiert habe und für die mir Fotoaufnahmen zur Verfügung stehen.

1. Wechselnde Sprachebenen ...
2. Unterschiede in der Orthographie ...
3. Die Funktion der Texte ...

Als vorläufige Charakterisierung lassen sich die verschiedenen Schriftformen in etwa folgendermaßen beschreiben:

Duktus I: eine einfache Gebrauchsschrift für Notizen,
Duktus II: eine sorgfältige Schrift für Archivdokumente,
Duktus III: eine aufwendige kalligraphische Schrift für besondere Anlässe.

Da die verschiedenen äußeren Erscheinungsformen der Schriftträger bisher noch nicht systematisch beschrieben worden sind und die sprachlichen, orthographischen und funktionalen Differenzen deshalb nur sehr schwer analysiert werden können, gebe ich in der vorliegenden Edition wie in den folgenden Bänden genaue Angaben über den jeweils angewandten Duktus. In den Einführungen zu den einzelnen Textgruppen weise ich ebenfalls darauf hin. Die Textbasis aus Tutub alleine ist zu schmal für die Erarbeitung der Details, doch sollen diese Informationen als Grundlage für weiterführende systematische Untersuchungen dienen können.

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Das Syllabar

Eine der charakteristischen Eigentümlichkeiten des altakkadischen Syllabars liegt in den wenig entwickelten Differenzierungsmöglichkeiten zwischen verwandten konsonantischen Phonemen. Das beschränkte Inventar des Syllabars erlaubt bei den Vertretern derselben Gruppe, die Art und Ort der Artikulation gemeinsam haben, generell keine weitere Unterscheidung zwischen den Merkmalen stimmlos, stimmhaft und emphatisch. Beispielsweise dient bei den dentalen Verschlußlauten das Zeichen DA zur Wiedergabe der Silben /da/, /ta/ und /ta/ bzw. AD für /ad/, /at/ und /at/. Diese Begrenzungen sind bei den silbenanlautenden Konsonanten zuerst im altbabylonischen Syllabar in einem gewissen Ausmaß beseitigt worden, bei den silbenauslautenden Konsonanten wurden sie in der Geschichte des Keilschriftsystems nie überwunden.

Es ist deshalb um so bemerkenswerter, daß im altakkadischen Syllabar auf der anderen Seite eine große Redundanz zu bestehen scheint, denn wir finden dutzende Zeichenpaare (wie BA – BA4, BI – BÍ, BU – BÙ) und auch einige Tripel (wie BIL – BÍL– BÌL), die in der Transliteration als Homonyme behandelt werden in dem Sinne, daß bei solchen Silbenzeichen kein Unterschied zwischen den Konsonanten und Vokalen evident ist.

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Die Ergebnisse entsprechender Analysen des altakkadischen Syllabars, von denen hier nur eklektisch einige demonstrative Beispiele geboten werden können, führen zu der Erkenntnis, daß die Darstellung der Morphologie gegenüber den bisher vorliegenden Untersuchungen in erheblichem Ausmaß revidiert werden muß. Als Resultat erhält auch der Vergleich mit den jüngeren Dialekten eine sehr viel schärfere Kontur.

Die in vielen Fällen unberechtigte Annahme, daß Zeichenpaare Homonyme sind, während sie vielmehr in Opposition zueinander stehen, und die etablierte Praxis, die Schreibvarianten akkadischer Sprachformen durch angepaßte Lautwerte in eine lexikalisch und morphologisch standardisierte Norm zu überführen, verstellen den Blick auf die Sprachwirklichkeit. Als Folge dieser Methodik werden auch regionale Dialektunterschiede, wie sie in einem so ausgedehnten Sprachraum, in dem das Akkadische verbreitet war, selbstverständlich koexistiert haben müssen, nicht deutlich. Dies gilt nicht nur für das Altakkadische, sondern auch für jüngere Dialekte. Von Sodens epochales Meisterwerk, der »Grundriss der akkadischen Grammatik«, vereinfacht und systematisiert oft viel zu sehr.

Die Darstellung der altakkadischen Morphologie muß mit einer Analyse des Syllabars beginnen. Diese wird aber erst dann zu maximal möglichen Erfolgen führen können, wenn ein vollständiger Überblick über das gesamte Zeicheninventar und alle Gebrauchsweisen besteht und wenn außerdem die Details von Duktus, regionalen Besonderheiten usw. beachtet werden.

Ich habe deshalb das Editionsprojekt in dieser Reihe »Die Texte der Akkade-Zeit« so konzipiert, daß von jedem Zeichen, das zur Wiedergabe von altakkadischen Sprachformen verwendet wird, nach zusammenhängenden Textgruppen gegliedert sämtliche Belege geboten werden. Auf dieser Basis kann dann die Darstellung der Orthographie, Phonologie und Morphologie aufgebaut werden, die die Einzelheiten mit der gebotenen Ausführlichkeit behandeln wird.

Die Transliterationen

Ein ideales Transliterationsprinzip gibt es für altakkadische Texte nicht. Der Informationsgehalt des Syllabars ist so defektiv, daß die zugrundeliegende Sprachgestalt nur ansatzweise deutlich wird und das Verständnis der Inschriften entscheidend von externen Interpretationsmitteln abhängt, die auf analytischem Wege mit hohem Aufwand eruiert werden müssen.

Während die grundlegende Auseinandersetzung mit der altakkadischen Orthographie, die einer detailreichen Diskussion bedarf, Gegenstand einer eigenen Monographie sein soll, mußte von Anfang an eine pragmatische Entscheidung getroffen werden, welches Transliterationsprinzip bei den Texteditionen zur Anwendung kommen sollte. Es haben sich zwei unterschiedliche Systeme zur Transliteration altakkadischer Texte etabliert, die mit den Namen Gelb und von Soden verbunden sind, welche deren Berechtigung jeweils ausführlich begründet und die Regeln der Handhabung aufgestellt haben. Beide Systeme unterscheiden sich primär durch das Ausmaß der Interpretation.

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Dem Spezialisten, der sich in den Quellen des 3. Jahrtausends auskennt, dürfte keines der beiden Systeme Probleme bereiten. Die Entscheidung für eines der Transliterationsprinzipien ist eher eine Frage seiner persönlichen Vorliebe, und es läßt sich die Tendenz beobachten, daß diejenigen, die ausschließlich oder überwiegend mit den Texten des 3. Jahrtausends arbeiten, das System Gelbs bevorzugen, während andere, die auch in der jüngeren Tradition Forschungsschwerpunkte haben, zum System von Sodens neigen, das eine bessere Kompatibilität innerhalb der gesamten akkadischen keilschriftlichen Überlieferung herstellt.

Eines schien mir von vornherein nicht sinnvoll, nämlich einen der Standards zu verlassen und ein eigenes innovatives System einzuführen. Die Anwendung neuer Lautwerte z.B. zur Differenzierung zwischen den Affrikaten und den einfachen Sibilanten oder zwischen den Vokalen u und o bedürfte neben einer umfassenden Begründung, die erst noch erarbeitet werden muß, auch einer transparenten Organisation und würde bei den Texteditionen wohl mehr zur Verwirrung als zur Klärung führen. Eine konsequente Systematisierung, die die Vieldeutigkeit des Syllabars widerspiegelt, indem nicht zwischen den stimmlosen, stimmhaften und emphatischen Vertretern einer verwandten Konsonantengruppe unterschieden, sondern etwa nur der Lautwert für den stimmlosen Konsonanten verwendet wird, müßte reichlich von diakritischen Symbolen Gebrauch machen und auch viele ungewohnte Syllabogramme verwenden, brächte aber kaum einen zusätzlichen Gewinn an Verständlichkeit.

Da es letztlich meine Absicht ist, zur Erschließung der altakkadischen Sprache auf dem heute möglichen Forschungsstand beizutragen und die altakkadischen Texte in Editionen vorzulegen, die auch dem Nichtspezialisten den Zugang erleichtern sollen, habe ich mich für einen pragmatischen Mittelweg entschieden. Ich gebe in den Transliterationen möglichst viele Verständnishilfen und verwende dazu das interpretierende System von Sodens, wenn die akkadische Etymologie gesichert oder zumindest sehr wahrscheinlich ist und wenn die Morphologie transparent ist, und in allen unklaren, unsicheren und mehrdeutigen Fällen einfache Lautwerte im Sinne der Prinzipien von Gelb. Zusätzlich sind akkadische Sprachformen in Kursivschrift gesetzt, um das eindeutig akkadische Sprachgut gegenüber allen anderssprachigen oder mehrdeutigen und unsicheren Elementen abzuheben.

Die Transliterationen bleiben im konventionellen Rahmen; sie sollen kein zusätzliches Spezialwissen zur altakkadischen Orthographie voraussetzen, sondern mit den herkömmlichen Mitteln interpretierbar sein. Ich konnte in dieser Einleitung ohnehin nur einige eklektische Beispiele vortragen, die die Methodik und die Resultate, die sich damit erzielen lassen, erläutern sollen; das Weitere muß der altakkadischen Grammatik vorbehalten bleiben. Folglich transliteriere ich i3-li für /ile/ und i3-li2 für /ili/, lasse die Affrikaten unbezeichnet usw. Die Zitierweise von Lexemen und die Wiedergabe der Sibilanten in zusammenhängender Transkription richtet sich nach dem altbabylonischen Standard (z.B. semum »hören«); die Normierung von Eigennamen schließt sich an die üblicherweise verwendeten Formen an (also z.B. Naram-Sin).

Die Sibilanten

Eines der spezifischen Merkmale, die das altakkadische Syllabar gegenüber den späteren orthographischen Systemen abheben, besteht in der Darstellung der Sibilanten. Das keilschriftliche Zeicheninventar kennt generell drei Gruppen von Silbenzeichen, mit denen die Sibilanten differenziert werden können:

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Ich unterscheide in den Transliterationen konsequent zwischen diesen drei Zeichengruppen in Anlehnung an das System von Sodens, verwende aber die entsprechenden Symbole primär graphemisch, also zur Kennzeichnung der Zugehörigkeit eines Zeichens zu einer bestimmten Gruppe, und nicht phonologisch zur Darstellung eines bestimmten Phonems. Die Auseinandersetzung mit der Phonologie der altakkadischen Sibilanten ist sehr komplex und wird Teil des Grammatikprojektes sein, so daß die pragmatische Transliterierung gemäß der keilschriftlichen Orthographie ohne zu enge phonologische Indikationen der richtige Weg zu sein scheint.

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Weitere Editionsprinzipien

Bei den Textbearbeitungen habe ich mich um exakte Angaben bemüht, was den Erhaltungszustand der Tafeln wie auch der einzelnen Zeichen betrifft, zumal nicht von allen Texten Kopien geboten werden konnten.

Wenn sich auf Grund des Krümmungsverlaufs der Tafel, der Raumaufteilung oder der inhaltlichen Struktur Rückschlüsse auf die ursprüngliche Tafelgröße und auf den Umfang von verlorengegangenen Teilen der Inschrift ziehen lassen, wird dies mit entsprechenden Bemerkungen in den Transliterationen oder aber in den Kommentaren mitgeteilt.

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Die Texte aus Tutub

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In diesem Zustand fand ich die Tafeln im Iraq Museum im Frühjahr 1990 vor. Es war in erster Linie den Bemühungen des damaligen Custos Ahmad Kamil Muhamed zu verdanken, daß diese Textgruppe wieder ausfindig gemacht werden konnte, denn es waren weder die Museumsnummern noch andere Details über den Verbleib bekannt. Das behutsame Reinigen der Tafeln, ohne die Beschriftung zu beschädigen, war ein sehr mühsamer Prozeß, der in mehreren Etappen erfolgte und der mich insgesamt viele Wochen in Anspruch nahm.

Die im Oriental Institute aufbewahrte Gruppe war vor der Publikation in MAD 1 gereinigt worden, so daß Gelb die Texte bearbeiten konnte, als der Zustand der Tafeln der gleiche wie der jetzige war. Eine beträchtliche Zahl von Verbesserungen gegenüber MAD 1 ergibt sich dadurch, daß die Tutub-Texte vielfache prosopographische und inhaltliche Verbindungen untereinander aufweisen und daß mit dem wiedergewonnenen Wortlaut der Tafeln aus dem Iraq Museum reiches neues Vergleichsmaterial zur Verfügung steht. Außerdem hatte Gelb schlecht erhaltene Zeichen sehr oft übergangen und nur zum Teil versucht, die möglichen Lesungen zu ermitteln.

Die arbeitsorganisatorisch sehr unpraktische Aufteilung der Funde machte mehrere abwechselnde Aufenthalte in beiden Museen erforderlich, da die Arbeit mit der einen Fundhälfte zu Interpretationsvorstellungen führte, die dann bei der anderen zu überprüfen waren, und da sich die möglichen Lesungen der meisten schlecht erhaltenen, schwierigen Stellen nur durch mehrfache Kollationen der Originale klären ließen. Am Oriental Institute habe ich an dieser Textgrupe viermal in den Jahren 1988, 1994, 1997 und 1998 arbeiten können, im Iraq Museum 1990 sowie während mehrerer Aufenthalte in den letzten Jahren.

Wegen der problemreichen äußeren Umstände, die den Zugang nicht gerade erleichtern, schien es mir angezeigt, die Texte aus dem Iraq Museum möglichst vollständig zu kopieren. Lediglich in einigen Fällen haben fragile Tafeln in der Zwischenzeit so gelitten, daß eine Kopie nicht mehr sinnvoll war. Überprüfungen sind hier auf Fotoaufnahmen des früheren Textzustands angewiesen. Die Kopien geben jeweils den aktuellen Zustand der Tafeln zur Zeit der Umzeichnung wieder. Wenn entweder Gelb in MAD 1 oder frühere Fotos einen vollständigeren Textzustand bieten, wird darauf in den Kommentaren ausdrücklich hingewiesen.

Da der vorliegende Band nur den Beginn einer umfangreicheren Editionstätigkeit darstellen soll und ich mich außerstande sehe, die hunderte Texte aus dem Dijala-Gebiet, von denen bisher keine Kopien vorliegen, umzuzeichnen, habe ich als Kompromiß den Weg gewählt, von der Gruppe des Oriental Institute nur einige inhaltlich ungewöhnliche Texte vollständig zu kopieren, ansonsten mich aber auf diejenigen Stellen zu beschränken, deren Entzifferung oder Deutung mir nicht gelungen ist oder die epigraphisch auffällige Formen bieten. Dabei schien es angebracht, jeweils den Kontext der gesamten Zeile einzuschließen. Lediglich in den Fällen, bei denen nur noch unspezifische Reste von einzelnen Keileindrücken erhalten sind, die keine Interpretation mehr erlauben, wurde von Umzeichnungen abgesehen.

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Archivzusammenhang

Die erhaltene Textgruppe bildete den Teil eines Archivs, das der Verwaltung einer großen Wirtschaftseinheit diente. Für solche Einheiten, die für die sozioökonomischen Verhältnisse in der Akkade-Zeit charakteristisch waren, hat sich der englische Begriff household etabliert. Das deutsche »Haushalt« hat nicht die identische Konnotation und wird deshalb von mir in Anführungszeichen gesetzt; präziser, aber umständlicher wäre der Ausdruck »Haus(wirtschaft)«.

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An vielen Stellen wird deutlich, daß es sich bei diesem »Haushalt« um eine sehr komplexe Wirtschaftseinheit gehandelt haben muß. Dafür sprechen z.B. die großen Personalkapazitäten, die in einem breiten Spektrum von Tätigkeitsbereichen eingesetzt wurden, oder etwa Mengen, Qualität, Wert und Vielfalt der aufgelisteten Objekte. Um die Analyse der Quellen zu vereinfachen, habe ich die Texte nicht nach der Reihenfolge der Inventarisierungs- oder Museumsnummern ediert, die dem Zufallsprinzip unterworfen war, sondern sie nach inhaltlichen Kriterien geordnet und jeder der drei Hauptgruppen (Listen und Abrechnungen von Personen, Tieren sowie Objekten verschiedenster Art) eine Einleitung vorangestellt, die die wesentlichen Strukturmerkmale beschreibt.

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